Publiziert von: Anita Kreuz-Thoët
Bereitgestellt: 01.11.2026
Es sind die Menschen
Letzte Woche flog in der Nacht ein Flugzeug tief und laut über unser Dorf. Ich zog den Kopf ein und hielt kurz den Atem an. Noch vor einem Jahr hätte ich mit schulter-
zuckender Gleichgültigkeit reagiert. Mittlerweile ist die Weltlage derart in Schieflage geraten, dass selbst ich als sicherheitsgewöhnte Schweizerin bei sowas eine Schrecksekunde lang an Krieg denke. Das rücksichts-
lose Gebahren der reichen und mächtigen Antidemo-
kraten geht offenbar nicht spurlos an mir vorbei.
Gut, ich habe eine lebhafte Phantasie. Das ist Stärke und Schwäche zugleich, denn ich kann mir nicht nur Schönes, sondern auch dunkle Szenarien problemlos vorstellen. Was ich so höre aus meinem Umfeld, bin ich nicht die einzige, der es so geht. Zuversicht und Tatkraft zu behalten, gehört offenbar nicht nur für mich zu den Herausforderungen unserer Zeit. Wie wird das in den dunklen Wintermonaten werden, wo die langen Nächte das Grübeln befördern?
Gott sei Dank, mache ich auch andere Erfahrungen. Neulich zum Beispiel umarmte mich eine Bekannte, unvermutet und stürmisch, und sagte mir etwas überaus Liebenswürdiges. Das hat tief in mir etwas angerührt und hallt jetzt noch nach. Sind es Menschen, die mir den Glauben an die Menschlichkeit rauben, so sind es auf der anderen Seite auch wieder Menschen, die mir diesen Glauben zurückschenken. Mein Grundvertrauen nähren. Immer wieder.
Ich blicke deshalb trotz allem zuversichtlich auf die dunkler werdenden Monate. Wir sind dem Finstern nicht schutzlos ausgesetzt. Wir haben einander: Arbeitskolleginnen, Zufallsbekanntschaften im ÖV, Nachbarn, Freundinnen, Mitanstehende vor dem Kiosk, Vereinskollegen, Familienangehörige – wir können einander durch kleine Aufmerksamkeiten Licht sein und das Vertrauen in die Mitmenschlichkeit stärken.
Es ist eine grosse Kraft, die da durch uns wirken kann.
«Evangelium» ist das, eine «gute Nachricht», wie das übersetzt heisst. Finden Sie nicht auch?
Lilian Fankhauser
Pfarrerin in der Kirchgemeinde Rapperswil-Wengi
zuckender Gleichgültigkeit reagiert. Mittlerweile ist die Weltlage derart in Schieflage geraten, dass selbst ich als sicherheitsgewöhnte Schweizerin bei sowas eine Schrecksekunde lang an Krieg denke. Das rücksichts-
lose Gebahren der reichen und mächtigen Antidemo-
kraten geht offenbar nicht spurlos an mir vorbei.
Gut, ich habe eine lebhafte Phantasie. Das ist Stärke und Schwäche zugleich, denn ich kann mir nicht nur Schönes, sondern auch dunkle Szenarien problemlos vorstellen. Was ich so höre aus meinem Umfeld, bin ich nicht die einzige, der es so geht. Zuversicht und Tatkraft zu behalten, gehört offenbar nicht nur für mich zu den Herausforderungen unserer Zeit. Wie wird das in den dunklen Wintermonaten werden, wo die langen Nächte das Grübeln befördern?
Gott sei Dank, mache ich auch andere Erfahrungen. Neulich zum Beispiel umarmte mich eine Bekannte, unvermutet und stürmisch, und sagte mir etwas überaus Liebenswürdiges. Das hat tief in mir etwas angerührt und hallt jetzt noch nach. Sind es Menschen, die mir den Glauben an die Menschlichkeit rauben, so sind es auf der anderen Seite auch wieder Menschen, die mir diesen Glauben zurückschenken. Mein Grundvertrauen nähren. Immer wieder.
Ich blicke deshalb trotz allem zuversichtlich auf die dunkler werdenden Monate. Wir sind dem Finstern nicht schutzlos ausgesetzt. Wir haben einander: Arbeitskolleginnen, Zufallsbekanntschaften im ÖV, Nachbarn, Freundinnen, Mitanstehende vor dem Kiosk, Vereinskollegen, Familienangehörige – wir können einander durch kleine Aufmerksamkeiten Licht sein und das Vertrauen in die Mitmenschlichkeit stärken.
Es ist eine grosse Kraft, die da durch uns wirken kann.
«Evangelium» ist das, eine «gute Nachricht», wie das übersetzt heisst. Finden Sie nicht auch?
Lilian Fankhauser
Pfarrerin in der Kirchgemeinde Rapperswil-Wengi
