Publiziert von: Anita Kreuz-Thoët
Bereitgestellt: 01.10.2026
«Glaube ist der Vogel, der singt, wenn die Nacht noch dunkel ist.»
Kürzlich hat mir meine liebe Kollegin Judith Böttcher diesen wunderbaren Satz von Rabindranath Tagore, bengalischer Dichter, Philosoph und Nobelpreisträger für Literatur 1913, geschenkt.
«Geschenkt», weil der Satz zur richtigen Zeit auf mein offenes und bedürftiges Herz traf: Ich wurde gerade damit konfrontiert, dass der Brustkrebs, an dem ich vor 14 Jahren erkrankte, zurückgekehrt ist. Die diagnoseübermittelnden Worte der Ärztin, obwohl mit Bedacht und mitfühlend gewählt, trafen mich mitten ins Herz und stellen seither mein Leben unter tausend Fragezeichen. Aber vor allem auch unter das Zeichen der Vergänglichkeit, die plötzlich so bedrohlich nahekommt. Wie soll ich ihm nur begegnen, diesem Feind im eigenen Körper?
Angst, Lähmung, Überforderung, Leere, sich aufbauende Resignation und Hoffnungslosigkeit wollen das Zepter übernehmen.
Doch welcher Segen, wenn einem in dieser persönlichen Nacht liebe Menschen Worte, Sätze, Zeichen und Gesten der Ermutigung, der Hoffnung, der Zuversicht, des Vertrauens und der Liebe zukommen lassen. Sei es per Mail, whatsapp, Kärtchen oder per persönlichem Austausch - wie auch immer, alles ist willkommen!
Welch Segen, wenn Menschen stellvertretend für einen hoffen können, wenn man zuweilen selbst nicht mehr hoffen kann!
Die für mich dadurch aufgespannte und ausgerufene Hoffnung lässt mich auf einmal und ohne mein Zutun den nahenden Morgen erahnen.
Eine innere Stimme beginnt sich leise zu regen: «Vielleicht kommt es doch noch gut, auch wenn ich es noch nicht glauben kann?»
«Vielleicht»: ein eben noch zaghaftes, ängstliches Wort beginnt sich, hört es den Vogelruf, unversehens Richtung aufgehender Sonne zu wenden.
Obwohl die Nacht noch dunkel ist, beginnt es von innen her zu leuchten.
Und: Ich höre mich die Worte des Vaters des epileptischen Knaben sagen, die dieser in der heilvollen Begegnung mit Jesus in Mk 9,24 auszusprechen wagte:
«Ich glaube, hilf meinem Unglauben.»
Pfrn. Regula Remund
«Geschenkt», weil der Satz zur richtigen Zeit auf mein offenes und bedürftiges Herz traf: Ich wurde gerade damit konfrontiert, dass der Brustkrebs, an dem ich vor 14 Jahren erkrankte, zurückgekehrt ist. Die diagnoseübermittelnden Worte der Ärztin, obwohl mit Bedacht und mitfühlend gewählt, trafen mich mitten ins Herz und stellen seither mein Leben unter tausend Fragezeichen. Aber vor allem auch unter das Zeichen der Vergänglichkeit, die plötzlich so bedrohlich nahekommt. Wie soll ich ihm nur begegnen, diesem Feind im eigenen Körper?
Angst, Lähmung, Überforderung, Leere, sich aufbauende Resignation und Hoffnungslosigkeit wollen das Zepter übernehmen.
Doch welcher Segen, wenn einem in dieser persönlichen Nacht liebe Menschen Worte, Sätze, Zeichen und Gesten der Ermutigung, der Hoffnung, der Zuversicht, des Vertrauens und der Liebe zukommen lassen. Sei es per Mail, whatsapp, Kärtchen oder per persönlichem Austausch - wie auch immer, alles ist willkommen!
Welch Segen, wenn Menschen stellvertretend für einen hoffen können, wenn man zuweilen selbst nicht mehr hoffen kann!
Die für mich dadurch aufgespannte und ausgerufene Hoffnung lässt mich auf einmal und ohne mein Zutun den nahenden Morgen erahnen.
Eine innere Stimme beginnt sich leise zu regen: «Vielleicht kommt es doch noch gut, auch wenn ich es noch nicht glauben kann?»
«Vielleicht»: ein eben noch zaghaftes, ängstliches Wort beginnt sich, hört es den Vogelruf, unversehens Richtung aufgehender Sonne zu wenden.
Obwohl die Nacht noch dunkel ist, beginnt es von innen her zu leuchten.
Und: Ich höre mich die Worte des Vaters des epileptischen Knaben sagen, die dieser in der heilvollen Begegnung mit Jesus in Mk 9,24 auszusprechen wagte:
«Ich glaube, hilf meinem Unglauben.»
Pfrn. Regula Remund
