Publiziert von: Anita Kreuz-Thoët
Bereitgestellt: 01.05.2026
Der Monat Mai gilt als Monat der Fülle. Alles ist üppig vorhanden. Es grünt und blüht, es spriesst und wächst. Noch ist kaum ein Blatt von Raupen angeknabbert. Noch sieht man kein dürres Laub. Die Trockenheit hat den Boden noch nicht ausgedörrt.
Noch nicht. Wir wissen, dass sich das ändern kann und wahrscheinlich auch ändern wird. Wir haben genug Lebenserfahrung, um die kommenden Schwierigkeiten vorherzusehen: die Löcher und Risse, die entstehen werden.
Ich will meine Augen davor nicht verschliessen. Ich will nicht in einer Parallelwelt leben, ich will nicht meinen Kopf ausschalten und die Wirklichkeit nicht zur Kenntnis nehmen. Statt dessen will ich meinen Beitrag dazu leisten, das, was in meiner Macht steht, damit verkrusteter Boden aufgebrochen wird. Ich will giessen und düngen, in meinem Umfeld und so gut ich kann. Damit Menschlichkeit wachsen und gedeihen, Gerechtigkeit und Friede blühen können.
Aber ich will mir meine spontane, fast kindliche Freude über all das Schöne, was mir geschenkt wird, nicht nehmen lassen. Die Sorgen und Befürchtungen sollen meinen Blick auf die im Augenblick wachsenden Blüten und Triebe nicht trüben. Ich tauche meine Nase tief in eine frühe Rose und atme den Duft ein. Ich lache über die ersten Flugübungen der kleinen Vögel. Ich höre das zufriedene Summen der Bienen, die von Blüte zu Blüte torkeln.
In der Bibel bin ich auf einen Vers gestossen, der mich dazu ermuntert.
«Du sollst fröhlich sein und dich freuen über alles Gute, das der HERR, dein Gott, dir und deiner Familie gegeben hat.»
(5. Mose 26,11)
Auch wenn ich mich an der Befehlsform störe – kann Freude verordnet sein? – so sehe ich doch die Lebensweisheit, die in diesem Satz steckt. Letzten Endes ist es ja eine einzige grosse Einladung zur Dankbarkeit. Dankbarkeit gegenüber dem Schöpfer und Erhalter dieser Welt. Dankbarkeit darüber, dass ich nicht alles selbst regeln und erreichen muss. Dankbarkeit darüber, dass ich meine Hoffnung und mein Vertrauen in Gott setzen darf, der immer wieder neu Leben schafft und Leben schenkt.
Danke, Gott.
Pfarrerin Judith Lena Böttcher, Grossaffoltern
Noch nicht. Wir wissen, dass sich das ändern kann und wahrscheinlich auch ändern wird. Wir haben genug Lebenserfahrung, um die kommenden Schwierigkeiten vorherzusehen: die Löcher und Risse, die entstehen werden.
Ich will meine Augen davor nicht verschliessen. Ich will nicht in einer Parallelwelt leben, ich will nicht meinen Kopf ausschalten und die Wirklichkeit nicht zur Kenntnis nehmen. Statt dessen will ich meinen Beitrag dazu leisten, das, was in meiner Macht steht, damit verkrusteter Boden aufgebrochen wird. Ich will giessen und düngen, in meinem Umfeld und so gut ich kann. Damit Menschlichkeit wachsen und gedeihen, Gerechtigkeit und Friede blühen können.
Aber ich will mir meine spontane, fast kindliche Freude über all das Schöne, was mir geschenkt wird, nicht nehmen lassen. Die Sorgen und Befürchtungen sollen meinen Blick auf die im Augenblick wachsenden Blüten und Triebe nicht trüben. Ich tauche meine Nase tief in eine frühe Rose und atme den Duft ein. Ich lache über die ersten Flugübungen der kleinen Vögel. Ich höre das zufriedene Summen der Bienen, die von Blüte zu Blüte torkeln.
In der Bibel bin ich auf einen Vers gestossen, der mich dazu ermuntert.
«Du sollst fröhlich sein und dich freuen über alles Gute, das der HERR, dein Gott, dir und deiner Familie gegeben hat.»
(5. Mose 26,11)
Auch wenn ich mich an der Befehlsform störe – kann Freude verordnet sein? – so sehe ich doch die Lebensweisheit, die in diesem Satz steckt. Letzten Endes ist es ja eine einzige grosse Einladung zur Dankbarkeit. Dankbarkeit gegenüber dem Schöpfer und Erhalter dieser Welt. Dankbarkeit darüber, dass ich nicht alles selbst regeln und erreichen muss. Dankbarkeit darüber, dass ich meine Hoffnung und mein Vertrauen in Gott setzen darf, der immer wieder neu Leben schafft und Leben schenkt.
Danke, Gott.
Pfarrerin Judith Lena Böttcher, Grossaffoltern
