Publiziert von: Anita Kreuz-Thoët
Bereitgestellt: 01.08.2025
Monatsgedanken August 2025
Bonnes vacances!
Sommerzeit ist Ferienzeit – überall schnappt man Gesprächsschnipsel auf:
«Schöne Ferien!»
«Wohin geht’s?»
«Geniesst es»
«Endlich Ferien!»
«Das hast du dir jetzt aber verdient»...
Auch ich freue mich jeweils sehr auf die freien Tage. Und immer wieder denke ich bei solchen Vor-Ferien-Gesprächen an ein paar Sätze zurück, die mir im Frühling an einer Tagung begegnet sind – und die mir seither nicht mehr aus dem Kopf gehen.
Damals besuchte ich einen Workshop mit zwei Diakonissinnen aus Riehen. Ich erinnere mich an die kleine Runde unterschiedlichster Menschen – und an die beiden Frauen mit schwarzem Rock und Häubchen, die schon während der ganzen Tagung aufgefallen waren.
Sie erzählten aus ihrem Leben als Diakonissinnen – und vieles davon klang erstaunlich vertraut: Auch sie kämpfen mit To-do-Listen, viel Erreichbarkeit und Informationsflut. Auch sie kennen die Sehnsucht nach Freiheit, nach Auszeiten, nach Ferien.
Besonders hängen geblieben ist mir, wie eine von ihnen geschildert hat, dass sie versucht sich «Kurzferien» in ihrem Alltag zu gönnen. Statt sich in der Warteschlange an der Kasse zu ärgern, an der Bushaltestelle sofort das Natel zu zücken, beim Haar föhnen die News zu checken und während des Wartens auf jemanden die E-Mails zu lesen – legt sie kleine Pausen ein. Sie nannte diese alltäglichen Wartezeiten «Vakanze», vom lateinischen vacare (frei sein, leer sein). Kurzferien, die einem mitten im Alltag geschenkt werden. Leer-Zeiten, die sein dürfen, was sie im Namen tragen: leer sein und bleiben. Und die auch Gelegenheit sein können, sich bewusst zu machen, dass Gott da ist, im ganz normalen Alltag.
Seither kommt mir das ab und zu in den Sinn. Leider oft erst, wenn der Moment schon vorbei ist – und ich merke, dass ich keine Kurzferien daraus gemacht habe. Dann erinnere ich mich an die bunte Runde und an das, was die Diakonissin zum Schluss betont hatte: «Diese Vakanze», so meinte die Diakonissin, «soll jetzt nicht ein neues To Do auf der Liste sein, sondern ein Geschenk».
In dem Sinn wünsche ich allen viele kurze oder lange «Vakanzen» und Gelegenheiten, dabei etwas von Gottes Da-Sein zu spüren. Oder wie es Psalm 37,7 formuliert: «Sei still vor Gott und warte auf ihn.»
Pfrn. Rahel Hofer
«Schöne Ferien!»
«Wohin geht’s?»
«Geniesst es»
«Endlich Ferien!»
«Das hast du dir jetzt aber verdient»...
Auch ich freue mich jeweils sehr auf die freien Tage. Und immer wieder denke ich bei solchen Vor-Ferien-Gesprächen an ein paar Sätze zurück, die mir im Frühling an einer Tagung begegnet sind – und die mir seither nicht mehr aus dem Kopf gehen.
Damals besuchte ich einen Workshop mit zwei Diakonissinnen aus Riehen. Ich erinnere mich an die kleine Runde unterschiedlichster Menschen – und an die beiden Frauen mit schwarzem Rock und Häubchen, die schon während der ganzen Tagung aufgefallen waren.
Sie erzählten aus ihrem Leben als Diakonissinnen – und vieles davon klang erstaunlich vertraut: Auch sie kämpfen mit To-do-Listen, viel Erreichbarkeit und Informationsflut. Auch sie kennen die Sehnsucht nach Freiheit, nach Auszeiten, nach Ferien.
Besonders hängen geblieben ist mir, wie eine von ihnen geschildert hat, dass sie versucht sich «Kurzferien» in ihrem Alltag zu gönnen. Statt sich in der Warteschlange an der Kasse zu ärgern, an der Bushaltestelle sofort das Natel zu zücken, beim Haar föhnen die News zu checken und während des Wartens auf jemanden die E-Mails zu lesen – legt sie kleine Pausen ein. Sie nannte diese alltäglichen Wartezeiten «Vakanze», vom lateinischen vacare (frei sein, leer sein). Kurzferien, die einem mitten im Alltag geschenkt werden. Leer-Zeiten, die sein dürfen, was sie im Namen tragen: leer sein und bleiben. Und die auch Gelegenheit sein können, sich bewusst zu machen, dass Gott da ist, im ganz normalen Alltag.
Seither kommt mir das ab und zu in den Sinn. Leider oft erst, wenn der Moment schon vorbei ist – und ich merke, dass ich keine Kurzferien daraus gemacht habe. Dann erinnere ich mich an die bunte Runde und an das, was die Diakonissin zum Schluss betont hatte: «Diese Vakanze», so meinte die Diakonissin, «soll jetzt nicht ein neues To Do auf der Liste sein, sondern ein Geschenk».
In dem Sinn wünsche ich allen viele kurze oder lange «Vakanzen» und Gelegenheiten, dabei etwas von Gottes Da-Sein zu spüren. Oder wie es Psalm 37,7 formuliert: «Sei still vor Gott und warte auf ihn.»
Pfrn. Rahel Hofer
